Archive for April, 2010

Von Badezimmern und Freundschaften

Ich hatte sie alle. Den asozialen Sozialarbeiter, die beste Freundin, die bodenständigen Mühlviertlerinnen, die kiffenden Studis, die Pseudofeministin, die stressige Südtirolerin, den Latin Lover, das All American Girl, den Hawaiianer ohne Social Security und schließlich meinen Partner.

Mehr als 25 Mitbewohner hatte ich, seitdem ich 14 bin. Ich habe versucht, mich an alle zu erinnern, aber ich kann es nicht mehr. Es könnten auch 30 sein, die mit mir an einem von acht Wohnorten gelebt haben. Sehr nachvollziehbar deshalb, dass ich mir vergangenes Jahr das gönnte, was ich mir schon seit Jahren gewünscht habe: eine Wohnung ganz allein für mich. Mit niemanden über Einrichtung, Putzen und Miete streiten. Musik hören, ohne jemanden damit zu nerven. Nicht nett zu Besuchern sein müssen, die man eigentlich nicht in seiner Wohnung haben will.

Das Badezimmer ist mein Lieblingsraum in einer Wohnung. Ich breite mich aus und packe am Morgen nichts weg, da ich es abends oder spätestens am nächsten Morgen wieder brauche. In der Wohnung, die ich heute verlassen werde, ist laut Feng Shui das Bad der Ort, der für Freundschaft steht. Umso schockierter war meine Feng Shui-Beraterin als sie sah, dass da kein Platz für jemand anderen war, da alles mit meinen Sachen vollgeräumt. “Versuch doch mal, ein kleines Stück neben dem Waschbecken für deinen Freund frei zu lassen.” – “Nein, geht nicht. Warum bin ich denn ausgezogen?”

Ein Jahr hatte ich diese Wohnung. Jetzt weiß ich, wie sich die eigenen vier Wände wirklich anfühlen. Ich habe gelernt, dass ich selbst eine schwierige Mitbewohnerin bin. Und jetzt kann ich guten Gewissens wieder den Lebensraum mit jemand anderen teilen.

PS: Das Bild zeigt mein Bad schon im relativ leeren Zustand. Und von meinem neuen Mitbewohner wurde ich kürzlich schon gerügt, dass “so viele Sachen im Bad herumstehen”.

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Best of Twitterlesung bei der re:publica 2010

Bevor ich in den nächsten Tagen einen wirklich ernsten Beitrag zur re:publica schreibe, hier noch meine zwei Lieblingstweets von der Twitterlesung.

Die Berlin-Frisur

Ich fühl’ mich heute so Berlin. Warum? Weil ich heute die Frisur trage, mit der Berlinerinnen im Frühjahr 2010 herumlaufen. Gesehen auf den Straßen der Metropole sowie auf der re:publica, geschätzte 258 mal. Ich nenne das übrigens “Schlaf- und Erholungsdefizit-Frisur”: ein berechnet (naja, in meinem Fall nicht) lockerer Haarknoten, gerne auch mit Haarband als Zugabe.

Das Bild ist übrigens einer der ersten Treffer meiner Flickr-Suche nach “Berlin Streetstyle”. Und der Rest zeigt’s auch schon. Üblicherweise habe ich in Berlin dezente Minderwertigkeitskomplexe, weil ich nicht so hip bin wie die Frauen hier. Karottenhosen und Männerschuhe sind mir jedoch Gott sei Dank zu hip.

Übrigens: Inhaltliches von der re:publica folgt bald hier, sobald ich mein Schlaf- und Erholungsdefizit überwunden habe!

Volksverblödung durch Medien

Freitagnacht, auf dem Heimweg von der re:publica 2010 Abschlussparty.

Taxifahrer: “Und, sind Sie auch ne Bloggerin?”

Lisa: “Hmm, ein bisschen…”

Taxifahrer: “Worüber schreiben Sie denn? Politik?”

Lisa: “Nein… Medien, Alltägliches und so..”

Taxifahrer: “Na das ist doch auch was Politisches, diese Volksverblödung durch die Medien”.

I touched an iPad and I liked it… kinda.

Hätte ich iPad-Besitzer Jochen nicht auf dem Weg zur Blockhaus iPad Release-Party zufällig im Coffeeshop getroffen, hätte ich wahrscheinlich gar keine Chance gehabt, das Teil zu betatschen – so haben sich die Apple Fanboys in der Bar Wien darauf gestürzt.

Ein vergrößertes iPhone, war mein erster Gedanke. Und da ich selbst kein iPhone besitze, ist das iPad für mich nicht so intuitiv zu bedienen. Aber es sieht schön aus, es lässt sich schön bedienen und es lässt sich schön darauf lesen. Das iPad kann ich mir sowohl als Freizeit- als auch als Arbeits-Device vorstellen. Deshalb ist es auch das erste Apple-Produkt, das ich ernsthaft in Erwägung ziehe, zu kaufen. Es macht für mich mehr Sinn als ein iPhone und ist angenehmer als ein Laptop.

Ich habe das Time Magazine und Men’s Health durchgeblättert. Jetzt verstehe ich, warum Verlage sich so auf das iPad stürzen. Die Darstellung auf dem Tablet-Bildschirm ist viel hübscher als am Smartphone oder im Browser-Fenster. Allerdings sind die Medien, die ich am iPad gesehen habe, derzeit wirklich nur E-Papers. Darum befürchte ich, dass Herausgeber wieder einmal ein neues Medium (oder Endgerät) überhaupt nicht verstehen. Jeff Jarvis hat dazu ja schon seine Kritik geäußert.Wenn ich im Review der Springer App “iKiosk” lese, dass es keine direkten Hyperlinks zu den Inhalten gibt, stellt es mir die Haare auf – und sehe ich schwarz. Warum versuchen Printmedien, auch in anderen Kanälen ein Printmedium zu sein?

“Toll… _noch_ ein Gerät, mit dem wir ins Internet können”, fauchte meine bessere Hälfte (ein Kritiker von Digitalen Medien), als ich ihm erklärte, was das iPad ist. Und es ist derzeit wirklich nicht mehr als das. Ich warte jetzt mal ab, welche Tablets in den nächsten Monaten auf den Markt kommen und entscheide dann, ob und welches ich mir anschaffe. Das iPad wird höchstwahrscheinlich ein Weihnachtsgeschenk für meine Mutter. Denn für nicht ganz so technikaffine Menschen ist das Mac-Tablet ein simples, einfach zu verstehendes und bedienendes Gerät zum Internetsurfen.

Andere über die Beziehung iPad – Verlage:

Thomas Knüwer:  Verlage und das iPad – oder: Tauben, die um Pfauen balzen

La vie en Pink

Es hat sich vielleicht schon herumgesprochen, dass ich umziehe (meine durchschnittliche Umzugsfrequenz ist einmal in 16 Monaten). In solchen Zeiten browse ich mit offeneren Augen durch Interior-Blogs, um mir Inspirationen zu holen. Meine Noch-Wohnung war sehr grün eingerichtet. Die Feng Shui-Beraterin meinte, in meinem Fall bedeutet das, dass ich ein Kontroll-Freak bin. Sie hat mich dann gezwungen, ein rotes Element ins Wohnzimmer zu stellen, und keinesfalls mehr irgendetwas Grünes hinzuzufügen. Nach ein paar Monaten habe ich mich sogar dazu durchgerungen (Disclaimer: Die Farben bedeuten für jedes Feng-Shui-Element etwas anderes. Ich bin Metall und deshalb meide ich rot (=Feuer). Wer sein Element online berechnen will, kann das hier tun).

Aber ich schweife ab. Hier mein heutiges Fundstück: Schöne rosa Einrichtung, gefunden bei sfgirlbybay.

Liv Tyler für G-Star Raw

Die Marke G-Star Raw war mir immer ein bisschen zu kühl und zu maskulin. Das hat sich heute um 9.02 Uhr geändert, als ich in der U-Bahn-Station die neue Anzeige mit Liv Tyler gesehen habe. Ein Bild zum Verlieben, fotografiert von Meister Anton Corbijn. G-Star Raw kann also auch super weiblich aussehen (zumindest an einer Wahnsinnsfrau wie Liv Tyler). Ich muss wohl am Wochenende einen Ausflug zum Flagship Store machen…

(Bilder via Denimblog)

Liv for G-Star Raw