Archive for March, 2011

LG Optimus One vs. iPhone 4 vs. Nokia E7 vs. Waschmaschine

Ich hoffe ich komme nie in die Situation, eine Powerpoint-Präsentation auf einem Smartphone ändern zu müssen. Das neue Nokia E7 kann das, wie kürzlich auf einem Blogger-Event gezeigt wurde. Das Business-Gerät wirkt sehr flüssig, anständig und hat einen gr0ßen Vorteil gegenüber den gängigen Smartphones: eine Tastatur.

Seit fast einem Monat besitze ich das iPhone 4 als Firmenhandy und nutze es neben meinem privaten Android-Handy LG Optimus One. Ich muss gestehen: das iPhone ist wesentlich flinker und flüssiger als mein LG, dafür aber auch filigraner. Irgendwann zerbricht es mir in der Hand (ich bin noch auf der Suche nach einem netten Case), und so wie ich meine Gadgets behandle, ist das nichts für mich. Im Vergleich muss ich sagen, das iPhone kann schon mehr und der App Store bietet natürlich mehr Auswahl als der Android Market. Allerdings muss ich auch sagen, dass das Optimus One kein High End-Android ist und es sicher Android-Modelle gibt, die das iPhone bereits um Längen überholt haben. Als Firmenhandy macht das iPhone für mich Sinn, da wir auf Mac arbeiten. Als privates Gerät macht das Optimus One für mich Sinn, da ich kein einziges Mac-Produkt verwende (weder Hardware noch Software), hingegen Google Apps-Heavy User bin.

Apple am Mobil-Sektor einholen will derzeit vor allem LG. Bei einer Roadshow in Wien konnte ich kürzlich deren neue Smartphones besichtigen. Das als erstes 3D-Smartphone bezeichnete LG Optimus 3D reizt mich sowas von überhaupt nicht, da es meiner mobilen Nutzung überhaupt nichts bringt: Weder spiele ich noch will ich 3D-Filme am Handy sehen. Da entspricht das leichte Optimus Black eher meinen Ansprüchen.

Interessant war auch, das neue Tablet LG Optimus Pad zu sehen. Form, Größe, Gewicht und Betriebssystem entsprechen meinen Vorstellungen, nur frage ich mich, warum LG eine 3d Kamera integriert hat (Filmen mit Tablet?) und das Abspielen von 3D-Videos jedoch nicht möglich ist.

Müsste ich mich für eines der erwähnten Smartphones entscheiden, so würde ich mir das Nokia E7 mit Android als Betriebssytem entscheiden, weil es meinen Ansprüchen und Bedürfnissen (Mails Tippen mit richtiger Tastatur, more Business, less Fun) am ehesten entspricht.

Smart Home

Das eigentlich Spannende passiert meiner Meinung nach aber nicht am Mobilmarkt, sondern im Weißwarensektor, also Haushaltsgeräte. LG präsentierte die TrueSteam-Technologie: Eine Funktion in der Waschmaschine, die Blusen usw. nur mit Dampf reinigt, damit sie nicht nach jedem Tragen gewaschen werden müssen. Außerdem sind die Kühlschränke nicht nur energiesparend, sondern auch schonend beim Kühlen vom Gemüse. Für mich ist dieser Bereich viel essenzieller als 3D-Spielzeuge, mit denen man auch ein paar Mails verschicken kann. Nur leider finden Mainstreammedien den Haushaltssektor nicht so sexy wie den Smartphonesektor. Schade eigentlich. Mehr über die intelligenten Waschmaschinen gibt’s übrigens hier zu lesen.

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Alles, was der Kühlschrank hergibt – Curry

Karotten, Tomaten, Spinat, Kichererbsen, Mandeln, Madras Curry-Paste, und Zartweizen als Beilage.

(Disclaimer: Beim nächsten Fotografieren meines Essens werde ich mehr auf die Ästhetik achten.)

Drivin’ Crazy Sonderausgabe: Bali

Da mein Auto die vergangenen Wochen in der Werkstatt war, während ich auf Urlaub meinen Energietank aufgefüllt habe, kann ich diesmal nur über meine Verkehrserlebnisse in Bali erzählen – eine Insel, die so gut wie gar nicht über Verkehrsregeln verfügt, außer die eine: “Wenn wir alle aufeinander aufpassen, wird schon nichts passieren.”

Links, rechts, mittig

In Bali (bzw. Indonesien) fährt man auf der linken Straßenseite. Ein Fakt, der in meinen Reiseführern und Recherchen untergegangen ist. Das habe ich erst bemerkt, als ich am Flughafen ins Auto einsteigen wollte.

Ich hatte bei Bali immer ein Bild von leeren Straßen im Kopf. Die Realität ist aber: nirgends habe ich größere Anhänger der motorisierten Fortbewegung getroffen als hier. Bei Treibstoffpreisen von rund 40 Eurocent ist das auch fast nachvollziehbar.

Balinesen lieben ihre Motorbikes. Und ihre Kastenwägen. Und Motorbikes überholen die Kastenwägen gerne von allen Seiten. Überhaupt wird der Mittellinie nicht allzuviel Bedeutung geschenkt. Links, rechts, mittig, was spielt das für eine Rolle.

Diese (zumindest für Außenstehende) Unabschätzbarkeit führt dazu, dass der Verkehr in Bali viel langsamer funktioniert. 80 km/h ist hier schon viel, mehr geht einfach nicht, wenn man von allen Seiten überholt wird, überholt und vier Motorbikes vor sich hat. Ich habe mich und auch die Einwohner öfters gefragt, warum es trotz ihres etwas unregelten Verkehrs nicht total viele Unfälle gibt. Die Lösung des Rätsels liegt – denke ich – eben darin, dass sie nicht wirklich schnell fahren und es außerdem gewohnt sind. (Die Einwohner haben auf diese Frage meist mit den Schultern gezuckt und gelacht.)

Fußgänger verlieren immer

Fußgänger sind in Bali so ziemlich das Letzte. Da ich in den zwei Wochen, die ich in Ubud verbracht habe, fast alles zu Fuß abgegangen bin, kann ich das sehr überzeugt sagen. Wer sich antut, hier nicht Auto  oder Motorbike als Fortbewegungsmittel zu wählen, ist folgenden Dingen ausgesetzt:

  • Typen am Gehsteig, die dich fragen ob du Transport brauchst. Am ersten Tag hab ich noch bei jedem freundlich nein gesagt. Nach etwa 500 (und ich übertreibe hier sicher nicht) mal “Taxi?” kam mir bestenfalls ein müdes Kopfschütteln aus
  • Löcher im Gehsteig. Richtig große Löcher. So, dass mich, wenn ich nicht aufgepasst hätte, am Weg zum Supermarkt wahrscheinlich für Wochen verschollen wäre.
  • Der ständigen Gefahr, dass dir ein Motorbike oder Kastenwagen auf die Fersen fährt…
  • …denn Stehenbleiben für Fußgänger ist hier sicher nicht drin. Wie gesagt, Fußgänger sind das letzte.

Außerdem habe ich keinen Balinesen mehr als 50 Meter gehen gesehen. Echt nicht. Nur auf den Pfaden zu den Häusern, die nicht befahrbar sind (wie etwa der fünfminütige Weg zu meinem Haus, gottseidank).

Putzfimmel

Was mich auch total verwundert hat: Die Männer hier (Frauen fahren keine Autos, nur Motorbikes) putzen ihre Autos jeden Morgen! Zumindest die Driver, und davon gibt es ja viele. Ich verstehe überhaupt nicht warum. Es regnet kaum, es ist nicht matschig, das einzige, was ein Auto verschmutzen könnte sind vielleicht Spinnennetze. Aber genauso wenig habe ich es verstanden, warum sie jeden Morgen vor dem Haus kehren. Zeitgleich freute ich mich über die Gelassenheit der Balinesen, die es zulässt, ihr Auto jeden verdammten Morgen zu reinigen.

Warum sich die Menschen hier trotz des niedrigen Einkommens überhaupt Autos und Motorbikes leisten können: Credits sind hier sehr einfach zu haben, Treibstoff ist wie erwähnt superbillig, und versichert ist hier niemand. Das sollte man auch bedenken, wenn man sich ein Taxi nimmt. Und ich muss sagen, das einzige, was mir in zwei Wochen auf dieser Trauminsel abgegangen ist, war geregelter Verkehr.