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Sixx – Der neue Sender für Hühner

Ein TV-Sender, auf dem Lipstick Jungle, Gossip Girl, Germany’s Next Topmodel und Oprah Winfrey laufen? Man könnte mich nicht glücklicher machen. Ich bin _die_  Zielgruppe für Sixx, dachte ich, bis ich am Wochenende auf ein Sujet der Einführungskampagne (in einem Frauenmagazin) stieß. Das neue Angebot von Pro Sieben Sat1 ist wohl nicht wie anfangs kolportiert ein Frauensender, sondern ein Hühnersender.

Ich, 26 und weiblich, soll mich also mit einem Huhn identifizieren? Ja, ich gackere auch gern mit meinen Freundinnen rum. So wie in diesem Trailer.

Ich verstehe ja Spaß. Ich bin ja wirklich keine Kampffeministin und finde die meisten Zitronen, die dieStandard.at vergibt, unnötig. Ich hätte es vielleicht noch ein klitzekleines bisschen nachvollziehen können, wenn in der Einführungskampagne für einen Männersender Hühner als Symbol für Frauen verwendet werden. Aber eine Kampagne, die sich an Frauen zwischen 14 und 49 Jahren richtet… wirklich? Ein Huhn als Testimonial?

Umgesetzt hat die Kampagne die hauseigene Agentur Creative Solutions.

Weitere Infos und Bildquelle:

Presseaussendung zum Start der Sixx Kampagne

Das meinen die anderen:

kress: Dummes Huhn?

DWDL.de: Sixx macht Huhn zum Testimonial

Designbote: Ein sexy Huhn für Sixx

Alphamädchensoap für Protzfeministinnen

Ich kann mich nicht mit Vampiren und auf Inseln Gestrandeten identifizieren, will keine Kriminalfälle lösen und Ärzte interessieren mich nicht mehr, seitdem George Clooney den Emergency Room verlassen hat. Menschen wie ich haben es schwer, im aktuellen TV-Serienangebot Favoriten herauszupicken. Eine meiner allerliebsten Lieblingsserien ist Lipstick Jungle, die in den USA bereits nach zwei Staffeln eingestellt wurde und heute (Mittwoch) auf ProSieben startet.

Ich kenne keine Serie, in der Frauen so schön mehr verdienen dürfen als ihre Partner, Kinder vernachlässigen und Fremdgehen dürfen. So schön, weil die Protagonistinnen hier im Gegensatz zu Sex and The City mit den Konsequenzen konfrontiert sind. Christian Buß kritisiert in der taz allerdings, dass es auch hier nur um “Longdrinks, Kleidungsticks und Liebeskicks” geht. Weiters meint er: “Gearbeitet wird auch, aber nicht so viel.” Das kann Buß wahrscheinlich deshalb sagen, weil er die restlichen 18 Episoden noch nicht gesehen hat.

Ich habe einen Kleidungstick, ich stehe auf Liebeskicks und würde wahrscheinlich Longdrinks konsumieren, wenn ich davon nicht extrem zunehmen würde. Abgesehen davon, dass dies nicht der einzige Inhalt von Lipstick Jungle ist, was ist so falsch daran? Außerdem möchte ich Buß’ Sex haben, wenn ihm zufolge der, den die “Selbstverwirklicherinnen” haben, “allenfalls bei Brigitte-Woman-Leserinnen als verrucht durchgehen würde”.

Lipstick Jungle zeigt vielmehr, wie sehr die drei Hauptakteurinnen mit ihren Rollen zu kämpfen haben – sich im Gegensatz zu Männern für Affären rechtfertigen, gegen einflussreiche Partner wehren müssen und Mitarbeiter zur Kündigung umarmen. Wenn das “Protzfeminismus” ist, dann bin ich gern eine Protzfeministin.

Dass Formate wie Lipstick Jungle, Cashmere Mafia oder auch Tell Me You Love Me nicht lange funktioneren, finde ich persönlich schade. Bedauernswerter finde ich allerdings, dass  bei “Alphamädchensoaps” (wie Buße sie bezeichnet) nur über Modeticks und After-Work-Drinks diskutiert wird, und der eigentliche Plot missachtet/übersehen/nicht verstanden wird.

It’s a jungle out there. Dress accordingly.

Tyra, Jay und das Internet-Manifest

Da gerade ein geöffnetes Ikea-Paket mit einem Pax-Schrank zwischen meinem Vorzimmer und meinem Wohnraum steckt und ich noch nicht weiß, wie ich dieses Problem handlen soll, nutze ich diese Denkpause und verarbeite die vergangene Woche. Da ich einen neuen Job habe und davor ein paar freie Wochen genossen habe, habe ich hier kaum gebloggt. Deshalb kommen jetzt gleich mehrere Themen auf einmal.

Das Internetmanifest

Das Internet-Manifest hat in der vergangenen Woche (online wahrscheinlich mehr als offline) für Aufregung gesorgt. Mein erster Gedanke: “Ja und? Das wussten wir eh schon lange.” Ich bin auch nicht die Adressatin dieses Manifests. Ich finde es sehr oberflächlich gehalten. Andererseits hat es eine Diskussion losgetreten (oder noch öffentlicher gemacht als zuvor), sodass ich die Aktion begrüße. Gut kommentiert wurde das Manifest von Dieter Rappold und Julia Seeliger.

Bilderklau

Dass über das Urheberrecht im Internet diskutiert werden muss (siehe Behauptung 13 im Manifest), zeigen folgende zwei Beispiele:

Die deutsche Fashion-Bloggerin Mary berichtet, dass Bilder aus ihrer Serie “Stil in Berlin” ohne ihr Einverständnis für das Magazin Young aus dem Burda Verlag verwendet wurden. Sie reichte Klage ein, am 12. Oktober wird das Urteil verkündet.

Dürfen Blogger Bilder von H&M verwenden? Das Unternehmen ist sich da anscheinend selbst nicht so sicher. Cool Outfit hat den Widerspruch aufgedeckt.

Neues Online-Magazin

Bleiben wir bei der Mode: Tyra Banks hat vergangene Woche ein Online-Magazin gelauncht: Tyra Beauty Inside Out. Die Flash-Version ist extrem unübersichtlich, deshalb habe ich mich vorerst nur in der Html-Version durchgeklickt. Mein Eindruck: nett gemacht, die erste Ausgabe ist jedoch sehr oberflächlich und ein bisschen auf “getting to know Tyra”. Bin gespannt, wie sich das Magazin weiterentwickelt. Momentan arbeiten sechs Menschen dran.

The Chin is back!

Jay Leno ist ab Montag wieder da -mit seiner neuen Jay Leno Show auf NBC. Warum das für die Fernsehbranche ein wichtiger Tag ist, erklärt dieser Artikel in der Time. Demzufolge sind Talkshows die Zukunft, weil billiger zu produzieren als Fernsehserien. Als Fan von Leno und Conan O’Brien kann ich gut damit leben.