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Leuchtende Motorlampen und ehrliche Wiener Verkehrsteilnehmer

“Drivin’ Crazy” ist meine neue, regelmäßige Blogkolumne über mein Leben mit einem PKW. Auch Teresa verarbeitet ihre Autoabenteuer künftig auf ihrem Blog, in der Kategorie Blog&Drive.

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“Ich muss mein Auto in die Werkstatt bringen.” Da, ich hab’s gesagt, das erste Mal in meinem Leben. Ich bin so begeistert, wie sophisticated dieser Satz klingt, dass ich ihn gleich noch mal wiederholen möchte. “Ich muss mein Auto in die Werkstatt bringen und muss deshalb den Brunch absagen.” Noch besser. Und jetzt sitze ich hier und sollte zwischen Frühstück und Lunch Date das Auto nun wirklich in die Werkstatt bringen. Stattdessen sitze ich hier und suche Ausreden, warum ich das Auto nicht vor dem Lunch Date in die Werkstatt fahren kann.

Zurück zum Thema: Mein ein Jahr alter Ford Fiesta muss in die Werkstatt, da seit einer Woche die Motorlampe leuchtet (leuchtet, nicht blinkt).  Ich glaube daran, dass es nicht so schlimm ist, da ich seit dem Aufleuchten schon eine sehr lange Strecke gefahren bin und der Fiesta trotzdem nicht explodiert ist. Das Witzige daran: Ich habe mich für den Kauf eines neuen Autos entschieden, um mir Mühsamkeiten wie den regelmäßigen Besuch in der Werkstatt zu ersparen.

Zweiter Grund: Mein Fiesta hat einen Parkschaden. Einen Miniminiminikratzer, der mir wahrscheinlich erst im Frühling aufgefallen wäre, wenn mir der Täter nicht seine Nummer auf der Windschutzscheibe hinterlassen hätte.  Das Witzige daran: Ich habe damals eine sündhaft teure Vollkasko-Versicherung abgeschlossen, da ich zwar mit Parkschäden, aber nicht mit ehrlichen Wiener Verkehrsteilnehmern gerechnet habe.

Beide Umstände zeigen mir: Das  Teure am Autobesitz ist das vermeintliche Gefühl von Sicherheit, dass ich mir im Rahmen meiner Anschaffung mitgekauft habe. Und wäre ich das hier schreibe fällt mir ein, ich muss ja mein Auto noch gar nicht in die Werkstatt bringen. Ich kann so lange weiterfahren, bis der Fiesta eingeht und das Supersonderpremiumnotfallservice des Autoherstellers sich dann um mich kümmert.

Was ich in einem Monat als Autobesitzerin gelernt habe

  • Der soziale Status steigt um 100 Prozent, wenn man die Wörter “mein Auto” benutzt
  • Nette Mädchen bekommen nie einen Parkplatz
  • Nette Mädchen werden auf Kreuzungen ohne Ampel nie links abbiegen können (Danke Teresa für die Ergänzung)
  • “Parkplatz” ist ein sehr dehnbarer Begriff
  • “Halteverbot” ist ebenfalls ein sehr dehnbarer Begriff
  • Wer wartet, verliert
  • Taxifahrer sind die ärgsten Verkehrsteilnehmer
  • Man hat bei Männerabenden immer ein Gesprächsthema
  • Es existiert so etwas wie “Parking Porn”: Männer, die fremde Frauen beim Einparken beobachten. (Wer den richtigen Begriff für diese Vorliebe kennt, bitte hier posten!)

meshed#2 – Mein Fazit

Es gab keine Twitterwall, es gab keine Germknödeln, und nur eine Frau, die referieren “durfte”. Dafür trug Ritchie Pettauer einen Anzug (was er laut eigener Angabe übrigens gern und öfter macht). (So much for the gossip ;))

Für mich gab es auf der meshed#2 Social Media Conference kaum Neues zu lernen. Ich hatte mir vor ein paar Monaten geschworen, dass ich, wenn das nächste Mal ein Vortrag oder eine Präsentation mit einem dieser “Did you know”-ähnlichen Videos beginnt, aufstehe und gehe. Naja, da ich Mitorganisatorin war und Erik Qualman so ein netter Kerl, habe ich das natürlich nicht gemacht. Aber diese “Social Media ist super und ihr solltet das jetzt auch machen, ich zeig euch mit drei Beispielen wieso”-Vorträge habe ich in den vergangenen Jahren zu oft gesehen. Ich hätte mir von ihm einen weiteren Blick in die Zukunft erwartet. Ich bin aber auch kein Fan seines Buches.

Inhaltlich konnte ich von Mark A.M. Kramer am meisten mitnehmen. Die anderen Speaker waren zwar ganz interessant, aber für mich nicht großartig relevant. Das Drumherum fand ich spannender, da ich neue Leute kennengelernt habe und mit Bekannten endlich mal etwas länger quatschen konnte. Beim Expertentalk wurde mir wieder bewusst, wie sehr eine Twitterwall die Diskussion bereichern kann. Voest-Pressesprecher gab einen Einblick in die Praxis, was nach so viel Theorie erfrischend war. Markus Schmidtke von Nielsen erzählte mir nachher, dass er die Diskussion zu brav fand. Ich hatte das Gefühl, dass manche zu viel und manche dafür zu wenig zu Wort kamen.

Insgesamt, auch angesichts des Feedbacks auf Twitter und in Gesprächen, ist Netural mit der meshed#2 sehr zufrieden. Besonders möchte ich mich noch mal bei Lena Doppel bedanken – endlich eine Moderatorin, die weiß, wovon sie spricht. Und ich möchte festhalten: Dass wir nur eine Frau als Speaker hatten, finde ich total daneben.

Eure Meinung

Ich würde gerne von euch wissen: Wie fandet ihr die Veranstaltung? Und hat sie die Frage: “Wie mache ich mein Unternehmen Social Media-fit” beantwortet?

Von Badezimmern und Freundschaften

Ich hatte sie alle. Den asozialen Sozialarbeiter, die beste Freundin, die bodenständigen Mühlviertlerinnen, die kiffenden Studis, die Pseudofeministin, die stressige Südtirolerin, den Latin Lover, das All American Girl, den Hawaiianer ohne Social Security und schließlich meinen Partner.

Mehr als 25 Mitbewohner hatte ich, seitdem ich 14 bin. Ich habe versucht, mich an alle zu erinnern, aber ich kann es nicht mehr. Es könnten auch 30 sein, die mit mir an einem von acht Wohnorten gelebt haben. Sehr nachvollziehbar deshalb, dass ich mir vergangenes Jahr das gönnte, was ich mir schon seit Jahren gewünscht habe: eine Wohnung ganz allein für mich. Mit niemanden über Einrichtung, Putzen und Miete streiten. Musik hören, ohne jemanden damit zu nerven. Nicht nett zu Besuchern sein müssen, die man eigentlich nicht in seiner Wohnung haben will.

Das Badezimmer ist mein Lieblingsraum in einer Wohnung. Ich breite mich aus und packe am Morgen nichts weg, da ich es abends oder spätestens am nächsten Morgen wieder brauche. In der Wohnung, die ich heute verlassen werde, ist laut Feng Shui das Bad der Ort, der für Freundschaft steht. Umso schockierter war meine Feng Shui-Beraterin als sie sah, dass da kein Platz für jemand anderen war, da alles mit meinen Sachen vollgeräumt. “Versuch doch mal, ein kleines Stück neben dem Waschbecken für deinen Freund frei zu lassen.” – “Nein, geht nicht. Warum bin ich denn ausgezogen?”

Ein Jahr hatte ich diese Wohnung. Jetzt weiß ich, wie sich die eigenen vier Wände wirklich anfühlen. Ich habe gelernt, dass ich selbst eine schwierige Mitbewohnerin bin. Und jetzt kann ich guten Gewissens wieder den Lebensraum mit jemand anderen teilen.

PS: Das Bild zeigt mein Bad schon im relativ leeren Zustand. Und von meinem neuen Mitbewohner wurde ich kürzlich schon gerügt, dass “so viele Sachen im Bad herumstehen”.